NABU-Gruppe Petersberg

nicht-barrierefreie Darstellung * Suche

Sie befinden sich hier: Startseite > Natur der Region > Säugetiere > 

Hauptmenü

  • Eine Ebene nach oben
  • Haselmaus
  • Fledermäuse - Nächtliche Jäger der Rhön
  • Biber
  • Eichhörnchen


  • Er ist da !!!!! der Biber (Castor fiber)

    Biber (Castor fiber)

    (RR) Der grüne Baum in Margretenhaun steht noch.

    Auf der Tagesordnung des NABU-Stammtisches stand der Biber im Mittelpunkt. Jörg Burkard von der ?Unteren Naturschutzbehörde? räumte etliche Vorurteile über den Biber und seine Gewohnheiten beiseite. Begegnete Burkard zu Beginn seiner Ausführungen noch etlichen Zweiflern, so waren zum Schluss alle Stirnen geglättet. Resümee: Sollte der Biber in unserer Gegend wieder heimisch werden, brächte dies einen Gewinn für unsere Region.

    Der Biber war in Hessen ansässig, ehe er seit ca. 200 Jahren ausgestorben ist. 1987/88 begann man zunächst im Spessart erfolgreich mit Wiederansiedlungsmaßnahmen. Im Landkreis Fulda haben sich inzwischen auch wieder Biber angesiedelt.

    NABU/k.KarkowDer größte europäische Nager ist ein Vegetarier. Er benötigt Rinde, krautigen Pflanzen und Blätter für seinen Lebensunterhalt. Geht das Nahrungsangebot zur Neige, wandert der Biber weiter und sucht neue Nahrungsquellen. An Prognosen für sein Wanderziel hat sich schon mancher ?Experte? versucht. Nicht selten siedelten sich Biber jedoch an Stellen an, die die Experten ausgeschlossen hatten, wogegen sie die von den Sachverständigen anvisierten Plätze mieden. Erstaunlicherweise geht der Biber weite Strecken ?über Land?, verlässt also Wegstrecken entlang der Fluss- und Bachläufe. An seinem neuen Standort angekommen, gräbt er in der Regel Röhren vom Wasser her in den Uferbereich. Dies ist der Grund, dass Biber längere Zeiten an bestimmten Stellen leben können, ohne dass ihn der Menschen entdeckt.

    Der Biber ist durch das Europäische Recht streng geschützt. Dieser Schutz bezieht sich nicht nur auf den Biber selbst, sondern auch auf seinen Lebensbereich, also sein Nest und seine Bauten. Ist das Wasser nicht tief genug, baut er geschickt einen Damm, um das Wasser aufzustauen. Er benötigt eine bestimmte Wassertiefe, damit er sich im Wasser sicher fühlt.

    Die Dämme bergen Konfliktpotentiale, wenn sie zu Überflutungen von Flächen am Uferrand führen. Doch in diesen Fällen gibt es immer, nach Burkard, eine Lösung für beide Seiten. Ein Ausweg böte ? mit Zustimmung der Fachbehörde ? einen Kanal durch den Uferbereich zu ziehen, der die Überflutungen eindämmt. Wichtig, so Burkard (Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Fulda, Tel.:0661- 6006470 ) ist, dass er umgehend informiert wird und im speziellen Fall einen Ausweg im Einvernehmen mit Naturschutzbehörde, Nutzer und Eigentümer der Flächen erarbeiten kann. Um mögliche Konflikte überhaupt nicht entstehen zu lassen, ist es wünschenswert, dass z. B. im Zusammenhang von Ausgleichsmaßnahmen ein breiter Uferstreifen erworben wird.

    Sollte sich ein Biber angesiedelt haben, kann man oft mit einfachen Mitteln die Gelüste von Bibern wirkungsvoll einschränken und ihn auf die natürliche Tafel lenken. So schützt man z. B. Apfelbäume einfach mit einer Einzäunung aus Kaninchendraht.

    Aktuell leben im Landkreis Fulda drei bis vier Biber. Da es anscheinend Einzeltiere sind, können sie sich nicht vermehren. Die Chancen auf einen Paarungspartner sind bei uns nicht schlecht, da mit ?Zuzügen? aus den südöstlich, südlich und südwestlich angrenzenden Nachbarkreisen zu rechnen ist. Die Biberpopulation wird aber nur langsam wachsen. Viele Artgenossen lassen ihr Leben beim Überqueren von Straßen. Wieder staunten die Zuhörer: Nicht selten ertrinken Biber. Werden sie von Hochwasser überrascht und können sich nicht auf Anhöhen retten, ertrinken sie.

    Grünen Bäumen, so auch dem in Margretenhaun, droht kaum Gefahr, von Bibern gefällt zu werden. Die NABU-Gruppe Petersberg wird Bäume in Ufer nähe und an ?biberverdächtigen Stellen? anpflanzen, um hungrigen Gesellen einen gedeckten Tisch zu präsentieren.

    NABU-Vorsitzender Schmitt dankte Jörg Burkard für seinen informativen Vortrag.

    Interessiert verfolgte Burkard den einsetzenden Gedankenaustausch der Naturfreunde. Sie beobachteten nicht nur im Bereich des Haunestausees rege Vogelflugbewegungen.

    Weitere Info´s unter NABU 

     

     

    Quellen:

    1. Vortrag von Jörg Burkard

    2. Beiträge zur Naturkunde in Osthessen, 45, 47-53, Fulda, 2008; ?Die Situation des Bibers in Osthessen? von Jörg Burkard


    Zusätzliche Informationen anfordern... Zusätzliche Informationen anfordern...


    Seitenanfang | Sitemap | News-Archiv | Impressum | Kontakt | E-Mail
    © 2016 NABU Petersberg