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    Tagfalter des Jahres 2007

    Das Landkärtchen (Araschnia levana)

    Landkärtchen SommerkleidMit dem Landkärtchen wurde ein, in mehrerer Hinsicht, besonderer Schmetterling zum Tagfalter des Jahres  gekürt. Es ist mit ca. 4 cm Spannweite der kleinste Tagfalter aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Er fliegt in zwei Generationen im Wald oder an Waldrändern. Die Falter der Frühjahrsgeneration, Araschnia levana f. levana, erscheinen Mitte Mai und fliegen dann bis Mitte Juni. Diese Falter sind auf der Flügeloberseite leuchtend orange mit schwarzen Flecken. Die Weibchen legen nach der Paarung die Eier auf der Blattunterseite von Brennnesseln im Lebensraum der Falter ab. Hier herrschen optimale Bedingungen für die Entwicklung. Es ist ausreichend feucht und hell genug, so dass wir von Juli bis August eine zweite Generation, Araschnia levana f. prorsa,
    Foto NABU/Ludwichowski
    dieses außergewöhnlichen Falters beobachten können. Bemerkenswert ist hierbei, dass die zweite Generation vollkommen anders aussieht als die im Frühjahr. Die Schmetterlinge der Sommergeneration sind tiefschwarz mit einer weißen Binde im Oberflügel. Die Flügelunterseite ist bei beiden Generationen lebhaft gefärbt und gegliedert. Die zu-sätzlichen, weißen Adern, die die Unterseite durchziehen, lassen durchaus eine Landkarte erahnen. Lange Zeit glaubte man auf Grund der unterschiedlichen Erscheinungsformen zwei  verschiedene Arten vor sich zu haben. Erst genauere Forschungen und Zuchten unter verschiedenen Bedingungen belegten, dass es sich um die gleiche Art handelt. Diese Unterscheidung der verschiedenen Generationen nennt man ?Saisondichroismus?. Die variable Färbung wird durch die unterschiedlichen Lichtintensitäten und Temperaturbedingungen der Jahreszeiten hervorgerufen in denen sich der Falter in der Puppenhülle entwickelt.

    Auch das Weibchen der zweiten Generation sucht nach der Paarung geeignete Brennnesselbestände auf um seine Eier abzulegen. Wenn wir das seltene Glück haben sollten, eine solche Eiablage zu beobachten, werden wir eine weitere Besonderheit des Landkärtchens kennen lernen. Das Weibchen legt seine Eier nicht in einem Haufen ab, sondern stapelt die fassförmigen Eier zu kleinen Türmchen. Auf einer Blattunterseite werden mehrere solcher Türmchen abgelegt. Diese Form der Eiablage ist unter den heimischen Tagfaltern einmalig. Die Entwicklung der kleinen Raupe im Ei dauert etwa drei Wochen. Nach dem es sich durch die Eihülle gefressen hat, ernährt es sich in Gesellschaft der an-deren Raupen von den Blättern der Brennnessel. Die Raupe ist einfarbig schwarz und besitzt am ganzen Körper verzweigte Stacheln, die ein wirksamer Schutz vor Fressfeinden sind. Im Laufe ihrer Entwicklung muss sich die Raupe mehrmals häuten. Sie ist nach drei bis vier Wochen ausgewachsen und verlässt erstmals ihre Futterpflanze um sich gut versteckt zu verpuppen. Die graubraune Puppe mit metallisch glänzenden Flecken hängt kopfüber in ihrem Versteck. Die Puppe der Sommergeneration überwintert, wobei ihr ein strenger, frostreicher Winter lieber ist als ein milder regnerischer. Wie alle anderen überwinternden Insekten besitzen auch die unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Schmetterlinge einen Schutzmechanismus, der ihnen das Überleben bei eisigen Temperaturen ermöglicht.

    Das Landkärtchen gehört noch zu den häufigen Faltern und kann während seinen Flugzeiten fast bei jedem Spaziergang in seinem angestammten Biotop beobachtet werden. Nicht zuletzt die weit verbreitete Raupenfutterpflanze, die Brennnessel, dürfte dafür verantwortlich sein. Wichtig ist aber auch, dass ausreichend Blütenpflanzen an den Wegrändern oder auf Waldwiesen vorhanden sind um diesem außergewöhnlichen Tagfalter ein Überleben zu sichern.


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