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  • Ein Schmetterling im Ameisenbau

    Zweitklässler der Grundschule Marbach der Natur auf der Spur

    Was verbindet einen Schmetterling mit roten Gartenameisen? Spontane Antwort aus der Gruppe von 22 verblüfften Zweitklässlern: Nichts! Die Antwort des Experten: Alles! Die ungeheuer spannende Geschichte vom Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, einem kleinen, eher unscheinbaren Schmetterling mit braunen Flügeln und schwarzen Flecken mit weißer Umrandung auf der Unterseite, war zweifelsohne das Highlight einer lehr- und abwechselungsreichen Naturexkursion mit Herbert Schmitt, dem Vorsitzenden der NABU-Ortsgruppe Petersberg.

     Das Wetter spielte mit, strahlender Sonnenschein begleitete die Kinder der Klasse 2 der Grundschule Marbach und ihre Klassenlehrerin Elke Böhm-Schulz auf der Wanderung zum Biotop „An der Langen Haune“.
    Unterwegs konnten die Kindern schon am Wegesrand interessante Entdeckungen im Reich der Pflanzen machen: So u. a. das für Pferde und Kühe wegen seiner giftigen Inhaltsstoffe durchaus gefährliche Jakobskreuzkraut mit seinen schönen gelben Blüten oder der Rotklee, aus dessen Blüten man Nektar saugen kann. Der Große Wiesenknopf mit seinen rostroten Blütenkolben bot Herbert Schmitt dann eine willkommene Gelegenheit für die durchaus dramatische Geschichte einer kurios anmutenden „Adoption“ aus der Welt der Insekten:

    Die Weibchen des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings legen ihre Eier ausschließlich auf den noch ungeöffneten Blütenköpfen des Großen Wiesenknopfes mit Hilfe einer Legeröhre ab. Wenn die Raupe schlüpft, so frisst sie den Blütenkopf von innen heraus ab. Um durch den Winter zu kommen, lässt sich die Raupe trickreich ausgerechnet von ihren ärgsten Feinden, den roten Gartenameisen, die normalerweise Raupen aller Art für die Aufzucht ihres Nachwuchses töten und in ihren Bau schleppen, gewissermaßen „adoptieren.

    Wenn die Raupe die dritte Häutung hinter sich hat, lässt sie sich zu Boden fallen. Da sie über Honigduftdrüsen und Honigdrüsen verfügt, verströmt sie für Ameisen einen unwiderstehlichen Duft.Sobald sie entdeckt wird, sondert sie aus ihren Honigdrüsen Flüssigkeit ab und wird daraufhin von den Ameisen in den Bau getragen. Doch mit dieser vermeintlich nachhaltig sprudelnden Honigquelle bringen sie Tod und Verderben inihre Mitte, denn die Raupe frisst bis zu ihrer Verpuppung im Juni rund 600 Ameisenlarven auf. Drei bis vier Wochen dauert das Puppenstadium, dann wird es auch für den jungen Schmetterling sehr gefährlich. Ihm bleibt nur ein sehr enges Zeitfenster, in dem er den Bau so schnell wie möglich verlassen muss. Denn im Gegensatz zu seiner Larve verfügt er über keinerlei Tricks den Ameisen gegenüber. Hilfreich sind dabei nur wollige Schuppen, die seinen Körper bedecken und ihn vor den Kiefern der Ameisen etwas schützen.

    Vom Biotop führte die Wanderung weiter in Richtung Rückers. Nach dem Anstieg zur Bank am Holzlagerplatz „Am Molkenstück“ war eine erste Rast mit Frühstück fällig. Gelegenheit für neugierige und interessierte Kinder, eigene Beobachtungen und Entdeckungen zu machen.
    Mehlschwalben jagten nach Fliegen und Mücken über die Felder, ein Mäusebussard kreiste und Herbert Schmitt demonstrierte anhand eines riesigen Spinnennetzes der Baldachinspinne die beneidenswerte Fähigkeit der Spinnentiere, sich am selbst produzierten Faden in die Höhe ziehen zu können.
    Der Weg führte die muntere Schar danach an der Weihnachtsbaumpflanzung vorbei über eine kleine Holzbrücke zur „Bonifatiusschneise“. Von dort ging es wieder zurück an einem ungewöhnlichen Hochsitz vorbei zum Biotop und anschließend zur Schule.
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    Bericht J.Schulz 

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